• Allergenkennzeichnung: auch bei loser Ware

Zukünftig muss auch bei loser Ware über die Verwendung von Allergenen informiert werden. Bisher ist sie nur auf Lebensmitteln in Fertigpackungen verpflichtend. Wie die Allergenkennzeichnung genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Dies muss eine nationale Verordnung regeln.

  • Schriftgröße: Mindestschriftgröße vorgeschrieben

Die Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen oder Etiketten muss eine Schrifthöhe von mindestens 1,2 Millimeter aufweisen, bezogen auf den Buchstaben „x“. Die EU-Kommission kann noch weitere Vorschriften über die Lesbarkeit festlegen. Auf sehr kleinen Verpackungen darf die Mindestschriftgröße auch nur 0,9 Millimeter betragen.

Bisher gab es keine Vorgaben zur Schriftgröße. Es heißt lediglich, die Kennzeichnung müsse „deutlich lesbar“ sein.

  • Angaben zu Ursprung und Herkunft: für viele Fleischarten geregelt

Neu ist eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Diese Pflichtkennzeichnung betrifft frisches, gekühltes oder gefrorenes Fleisch – sie gilt aber nicht für verarbeitete Fleischerzeugnisse. Bisher gibt es eine solche Kennzeichnung lediglich auf Rindfleisch.

Zurzeit prüft die EU-Kommission in einer Folgenabschätzung für verschiedene weitere Lebensmittelgruppen, inwiefern eine Angabe des Herkunftsortes und des Ursprungslandes notwendig und praktikabel ist.

  • Einfrierdatum: auf Fleisch und unverarbeiteten Fischereierzeugnissen verpflichtend

Fleisch, das eingefroren wurde, sowie Fleischzubereitungen und unverarbeitete Fischereierzeugnisse, die eingefroren wurden, sind nach der LMIV mit dem Einfrierdatum zu kennzeichnen: "eingefroren am ...".

  • Lebensmittel-Imitate: Ersatzzutaten sind deutlich anzugeben

Bei Lebensmittelimitaten muss zukünftig deutlich angegeben sein, welcher Bestandteil teilweise oder vollständig ersetzt wurde. Beispielsweise müsste bei einem Ersatzprodukt für Käse angegeben sein, dass statt Milchbestandteilen Stärke und Pflanzenfett enthalten sind.

Diese Angabe muss in unmittelbarer Nähe der Produktbezeichnung stehen und in einer Schriftgröße gedruckt sein, die mindestens 75 Prozent der Größe der Produktbezeichnung beträgt.

Fleisch(erzeugnisse) wie Formfleisch und vergleichbare Fischprodukte, die aus Stücken zusammengefügt wurden, müssen den Hinweis "aus Fleischstücken zusammengefügt" oder "aus Fischstücken zusammengefügt" tragen, wenn sie sonst den Anschein erwecken könnten, dass es sich um gewachsene Stücke Fleisch oder Fisch handelt.

  • Online-Shop: Pflichtkennzeichnung erforderlich

Werden Lebensmittel im Online-Shop oder Versandhandel gekauft, so müssen Pflichtkennzeichnungen wie die Zutatenliste und die Nährwertkennzeichnung vor Abschluss des Vertrages zur Verfügung stehen. Eine Ausnahme gilt für das Mindesthaltbarkeitsdatum, das erst zum Zeitpunkt der Lieferung verpflichtend ist.

Bisher gab es kaum Kennzeichnungsregelungen für den Internet- und Versandhandel.